Alle bekommen es mit – die ersten Spiele sind mittlerweile gelaufen. Die Fußball-Europameisterschaften in Österreich und der Schweiz haben begonnen. An jeder Ecke kann man bereits Fähnchen erwerben, Trickots kaufen oder Spiele live am Fernseher oder auf einer Großbildleinwand verfolgen. Ich dachte ernsthaft ich konnte diesem Fußball-Troubel lange und ausdauernd widerstehen – aber ich glaube ich habe falsch gedacht. Nach der Arbeit im Büro ertappe ich mich am heimischen Fernseher wie ich Fußballspiele verfolge und mit meinem Vater sogar Abwehrspieler verurteile und Stürmer mit ihren Hackentricks in den höchsten Tönen lobe.
Was allerdings wohl wirklich zu nerven scheint, ist dieser gespielte Patriotismus, der komischerweise nur zum Vorschein kommt, sobald eine Fußball(europa)meisterschaft auf der Matte steht. Plötzlich haben sich alle lieb – die Mannen werden als Götter hochgelobt oder als Verlierer vorm heimischen Fernseher verflucht. Fähnchen werden in allen Formen und Varianten an bewegliche Objekte und sämtliche Kraftfahrzeuge geklemmt – hauptsache „schwarz, rot, gold“.
Es ist nun nur noch abzuwarten wie lange Spritpreise und Innenpolitik für die meisten Medien die zweite Geige spielen – kommt wohl darauf an, wie lange die Deutschen „im Rennen“ bleiben. Solange kann ich es mir ja noch auf meiner Couch „Jessica“ bequem machen oder mit Turnschuhen das Weite suchen. Allerdings kann ich eines versichern: meine Autoscheiben bleiben Fähnchenfrei!